Women and traveling /Frauen alleine unterwegs

Über Jahrzehnte hinweg habe ich im Ausland gearbeitet und, da ich vor allem für Sportveranstaltungen in aller Welt tätig war, vorrangig mit einheimischen Teams zusammen. Die ganzen Jahre über war ich in erster Linie alleine unterwegs, habe mich aber niemals einsam und alleine gefühlt. Ich hatte nie Angst oder war in schwierigen Situationen, vielleicht auch, weil ich mich mit der Kultur und der Sprache des jeweiligen Landes im Vorfeld beschäftigt und bestimmte Regeln eingehalten habe, aber auch, weil ich vorausschauend, aber nie ängstlich gehandelt habe. Auch Ute Schneider ist eine Reisenomadin und setzt das Thema sehr kompetent und exzellent in ihre Coachings und Tipps um. Mehr Frauen sollten sich in Zukunft zutrauen alleine zu reisen, aber dabei auch wichtige Regeln beachten. Bei Ute Schneider kann man sich perfekt als alleinreisende Frau vorbereiten und fühlt sich bei ihr auch extrem gut aufgehoben. Ute stärkt einem aber auch den Rücken, gerade wenn man sich in die Selbstständigkeit begibt, Sicherheitsfragen hat oder eine andere Veränderung, wie beispielsweise einen Umzug in ein anderes Land, plant.

For decades I have worked in other countries and, since I was involved in sporting events all over the world, I mainly worked with local teams. Throughout the years I was traveling alone – as a woman, but I never felt lonely and alone. I was never afraid or have face difficult situations, perhaps also because I dealt with the culture and language of the respective country in advance and followed certain rules, but also because I acted with foresight, but never fearfully. Ute Schneider is also a travel expert and implements the topic very competently and excellently in her coaching programs. More women should definitely trust themselves to travel alone in the future, but should also observe important rules. Ute Schneider prepares you perfectly when it comes to traveling alone and her programs are also very well thought out. Ute also strengthens your back, especially when you start your own business, have security issues or you plan a big change, such as moving to another country.

Ute Schneider

http://uteschneider.international

https://www.instagram.com/uteschneiderinternational/?hl=de

https://www.udemy.com/user/ute-schneider-2/

Photo by Fernanda Rudloff/ Fernanda Productions 

Erzähle uns doch einfach ein wenig von dir persönlich, von deiner Ausbildung und was du aktuell so machst.

Aktuell biete ich (Reise)Sicherheitstrainings für Firmen, auch in offenen Seminaren/ Webinaren an und unterstütze meine Kunden mit meinem Online Neuland-Coaching dabei, mutig ihren Weg zu gehen. Das kann das wortwörtliche Neuland in Form des Umzugs in ein anderes Land sein oder die ersten Schritte einer sonstigen Veränderung, bei der man die eigene Komfortzone verlässt. Zum Beispiel auf dem Weg in die Selbständigkeit. 

Mein akademischer Background ist ein Grundstudium in Medizin und ein Diplom in „Neueren Fremdsprachen“ – englische und spanische Sprach- und Literaturwissenschaft und internationale BWL. Denn ich wollte schon immer ein internationales Leben führen. Dazu kommen noch Weiterbildungen zum NLP Master in Gewaltfreier Kommunikation, Awareness, Trainer- und Speaker Ausbildungen und Selbstverteidigung. 

Just tell us a little bit about yourself, about your programs and what you are currently doing.

I currently offer (travel) safety training programs for companies, also in open seminars / webinars, and with my online “Neuland” coaching I support my customers in going their own way. This can be literally in the form of moving to another country or taking the first steps with regard to some other change in which you have to leave your own comfort zone. For example, if you are seeking for a self-employment.

My academic backgrounds are an undergraduate degree in medicine and a diploma in “Newer Foreign Languages” – English and Spanish linguistics and literature and international business administration. Because I’ve always wanted to lead an international life. In addition, there are further training courses for the NLP Master in nonviolent communication, awareness, trainer and speaker training and self-defense.

Du bietest ein hochinteressantes Thema an und sprichst vor allem Frauen an: Reisesicherheit für Frauen. Du warst und bist selbst sehr viel unterwegs und hast sicherlich die unterschiedlichsten Erfahrungen im In- und Ausland gemacht. Was war der Anreiz, bzw. der Grund über dieses Thema zu sprechen, bzw. speziell Coachings für Frauen anzubieten?

Ich befasse mich damit, schon seit ich klein war und meine Freundin von einem Auto überfahren wurde. Sie hatte die Gefahren weder wahrgenommen noch einschätzen können. Da ich zudem in einem internationalen Umfeld aufwuchs, hörte ich auch viele internationale Storys – über Entführungen, Angriffe, Diebstahl, „Bahngleis-Schubser“ und fingierte Verletzte auf einsamen Straßen etc.  die ich aufsaugte. Denn ich wollte in die Welt hinaus und dabei möglichst unbeschadet bleiben. Angst gemacht hat mir das nie. Ganz im Gegenteil: Ich hatte immer das Gefühl, dass mir eine gute Vorbereitung hilft, Dinge ganz entspannt früh genug zu erkennen oder zu vermeiden.

Ich stehe auch heute nie direkt an der Bahnsteigkante und achte darauf, wer sich um mich herum aufhält. Aber wie gesagt, alles ganz entspannt – keine Paranoia. Dabei habe ich gelernt, meiner Intuition zu vertrauen. Wenn sich etwas komisch anfühlt, ist es das auch – und umgekehrt: daher flog ich geschäftlich trotz Reisewarnung nach Mauretanien, weil sich das Setting insgesamt sehr sicher anfühlte. War dann auch ein sehr toller Trip.

You offer a very interesting topic, that is primarily intended to appeal for women: Travel security for women. You have been and are still traveling a lot and have certainly had collected a wide variety of experiences at home and abroad. What was the incentive or the reason to take up this topic or to offer coaching programs especially for women?

I’ve been into it since I was a young girl and my girlfriend got hit by a car. She had neither perceived nor been able to see the dangers. Since I also grew up in an international environment, I heard many international stories – about kidnappings, attacks, theft, “pushing somebody in front of the Railroad” and fictitious wounded persons on lonely streets etc. which I sucked up. Because I wanted to go out into the world and to travel as safely as possible. I was never scared. On the contrary: I always had the feeling that a good preparation helps me to realize or avoid things early enough in a relaxed way.

Even today, I never stand directly at the edge of the platform and pay attention to who is around me. But as I said, everything in a very relaxed way – no paranoia. In doing so, I learned to trust my intuition. If something feels strange, it is strange – and vice versa: That’s why I flew to Mauritania on business despite the travel warning, because I somehow felt very safe overall. It was a great trip.

 Photocredit by Ute Schneider/ Mauretanien/ Mauritania

Zu meinem Angebot kam es so: In meinen Auslandstationen – ich lebte u.a. in Bristol und Barcelona- traf ich immer Leute, die ich inspirieren konnte, auch ins Ausland zu ziehen, wenn das ihr Wunsch war. Einige haben oft noch Jahre später ganz süße Dankes-E-Mails geschickt. Die Sicherheits-trainings entsanden dann so: Ich war immer international tätig und fand es schade, dass die wenigsten Firmen etwas für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter tun. Weder für Männer noch Frauen. Man erwartete, dass die Mitarbeiter “klarkamen“. Leider passiert mit dieser Einstellung aber ziemlich viel und dann ist es zu spät. All diese kleinen Sicherheits-maßnahmen, die ja alle keine Quantenphysik sind, lernt man ja auch leider nicht in der Schule. 

Und wenn es Trainings gibt, dann vor allem Trainings für Hochrisiko-Gebiete, die eher militärisch geprägt sind. Frauen im zivilen und Businessleben haben aber ganz andere Herausforderungen, als „Fahren im Konvoi“ oder bei „Verhalten nach Attentaten“.  Allein, weil sie Frauen sind und Brüste, Hintern und Vaginen und eine Periode haben. Auch, weil viele Frauen zum „Lieb sein“ erzogen werden und daher Schwierigkeiten haben, sich früh genug abzugrenzen. Nicht nur körperlich, sondern auch verbal und mental. Nur im Austauschsemester in Edinburgh gab es ein Training mit Tipps für sicheres Verhalten rund um den Campus, da dort schon einiges passiert war. Wie an meiner Uni in Deutschland auch, nur hat es dort keinen interessiert. Das Training in Schottland war super. Denn überall, wo sich viele Frauen aufhalten, zieht das oft auch Männer an, die nichts Gutes im Schilde führen. Campus Rape, „Date Rape“, K.O.-Tropfen sind ja keine Seltenheit, aber auch solche Dinge wie sexuell übertragbare Krankheiten kamen zur Sprache.  

Zudem eskalieren anfangs harmlose Situationen bedingt durch Alkohol und Drogen recht schnell.  Ein männlicher Begleiter ist da kein Garant für Sicherheit. Das habe ich selbst mal auf einem Business Trip erlebt. Als ein anderer Gast in einem Hotel in England etwas „zutraulich“ wurde und mein mitreisender Kollege nur schulterzuckend daneben saß. Sowas geht gar nicht.  Mit dieser Art Verhalten können männliche Sicherheits-Berater oft nicht wirklich weiterhelfen. Weil sie solche Dinge nicht erleben. Auch nicht wie es ist, wenn eine Frau einen Mann „irgendwie gruselig“ findet.

Männer nehmen so etwas anders wahr.  Nachdem ich dann öfter um Tipps für geschäftsreisende Frauen gebeten wurde, habe ich schließlich meine eigenen Trainings entwickelt. Denn Sicherheit ist kein „Schicksal“ oder beruht allein auf „gesundem Menschenverstand“ sondern ist vor allem gute Vorbereitung, Know-How und Persönlichkeitsentwicklung. Selbstverteidigung ist dabei immer erst der letzte Schritt. Denn bis es zu einer Nahkampfsituation kommt, ist vorher schon ganz viel schiefgelaufen. Leider führen “Selbstverteidigungsmythen“ dazu, dass sich viele Frauen in falscher Sicherheit wiegen. 

My offer came about like this: I used to live in Bristol and Barcelona, among others and I always met people who I inspired to move abroad, if that was their goal. Some of them often sent me sweet thank you emails still years later. The safety training courses came about as a result, because I have always worked internationally and found it a pity that very few companies do anything for the safety of their employees. Neither for men nor women. It was expected that the employees “got along” somehow on their own. Unfortunately, with this attitude, a lot happens and when it happens, it’s too late. Unfortunately, you don’t learn and even hear about all these safety measures especially not at school.

And if there is training, it is mainly training for high-risk areas that have more a military background. Women in civil and business life, however, have completely different challenges than “driving in a convoy” or “behavior after an attack”. Just because they’re women and have boobs, butts and vaginas, and a period. Also, because many women are brought up to “be nice and kind” and therefore have difficulties to draw a line at the right time. Not just physically, but also verbally and mentally.

Only in my exchange semester in Edinburgh was there a training session with tips for a safe behavior around the campus, as a lot had already happened there. Like at my university in Germany, nobody was interested in this topic there. The training in Scotland was great. Because wherever there are many women, there are men who are up to no good. Campus rape, “date rape”, knockout drops are not uncommon, but also things like sexually transmitted diseases were discussed. In addition, initially harmless situations escalate very quickly due to alcohol and drugs. A male companion is definitely no guarantee of security. I experienced that myself on a business trip. When another guest in a hotel in England came a little bit too close to me and my colleague who was traveling with him just sat next to us and just looked away.

That can’t be accepted. With this type of behavior, male safety advisors often cannot really help. Because they personally don’t experience such things. Also when a woman finds a man “somehow creepy”. In this respect, men see things differently. After being asked several times for tips for women traveling on business, I finally developed my own training courses. Because security is not a “fate” or is based solely on “common sense” but is above all good preparation, know-how and personal development. Self-defense is always the last step. Because before it comes to a close combat situation, a lot has already gone wrong. Unfortunately, “self-defense myths” lead many women to feel themselves in a false sense of security.

Ich persönlich finde, dass gerade dieses Thema viel mehr angenommen werden sollte. Frauen sollten sich – wenn es wieder möglich ist – viel mehr zutrauen, alleine zu reisen, ohne dabei Angst zu haben. Diesbezüglich ist es aber notwendig, dass sie mit Menschen wie dir Kontakt aufnehmen, um zu lernen, was wirklich wichtig ist beim alleine unterwegs sein und welche Möglichkeiten man ausschöpfen kann, um als Frau sicher zu reisen.

Was war auf deinen Reisen deine angenehmste/ schönste Erfahrung, was deine Unangenehmste? Gab es einen Punkt auf einer deiner Reisen an dem du wirklich Angst hattest und wie bist du damit umgegangen?

Ein wichtiger Punkt, den du da ansprichst: sich Dinge einfach zutrauen!! Ich reise seit drei Jahrzehnten alleine durch die Welt und habe viele Tipps und Tricks, wie man das so angenehm und sicher wie möglich macht. Denn es geht ja schließlich um Spaß und Genuss beim Reisen. 

Und das Tolle ist: Viele Dinge sind einfach und leicht umzusetzen, wenn man weiß wie. Manche denken, dass die Auseinandersetzung mit Gefahren Angst macht. Das Gegenteil ist aber der Fall. Ich vergleiche das mit einem Buffet. Da denkst du ja auch nicht: „Hoffentlich esse ich nichts Kalorienreiches und nehme dann ganz viel zu“. Da schaust du, was es gibt, gleichst es mit deinem Wissen ab und handelst dann. Mal platt gesagt. Das gilt nicht nur für Reisen in der Welt, sondern auch in Deutschland. Unangenehm auf Reisen finde ich aufdringliche Tuk-Tuk Fahrer oder Straßenhändler. Angst hatte ich mal, als Betrunkene in einem Hotel in Österreich nachts an meiner Tür gerüttelt haben. Seitdem weiß ich einen elektronischen Türkeil zu schätzen.

Personally, I think that this very issue should be talked about a lot more. More women should travel alone without being afraid. In this regard, however, it is necessary that they get in contact with people like you in order to learn what is really important when traveling alone and what possibilities you can exploit in order to travel safely as a woman.

What was your most pleasant / nicest experience on your travels, what was your most uncomfortable experience? Was there a point on one of your trips where you were really scared and how did you deal with it?

This is an important point that you mention: just dare to do things !! I’ve been traveling the world alone for three decades and have lots of tips and tricks on how to make it as pleasant and safe as possible. After all, it’s all about having fun and enjoying traveling.

And the good thing is: a lot of things are simple and easy to implement if you know how to do it. Some people think, that dealing with danger is frightening. The opposite is the case. I compare that to a buffet. You never think: “I hope I won’t eat too much food which has a lot of calories and after I will gain weight a lot”.

You just have a look at the situation, compare it with your knowledge and then act. This not only works while traveling around the world, but also in Germany. I find pushy tuk-tuk drivers or street vendors uncomfortable when traveling. I was afraid once when drunken people rattled at my door at night in a hotel in Austria. Since then I have come to appreciate an electronic door wedge.

Photocredit by Ute Schneider/ MorgenKaffee in Thailand mit Blick auf Laos

Ein sehr schönes Erlebnis war mal die spontane Einladung zu einer Hochzeit in Vietnam. Überhaupt habe ich überall auf der Welt sehr viel Gastfreundschaft erfahren. 

A very nice experience was the spontaneous invitation to a wedding in Vietnam. In general, I have experienced a lot of hospitality all over the world.

Photocredit by Ute Schneider/ Hochzeit in Vietnam

Momentan sind bei vielen Menschen die Reisetätigkeiten auf Eis gelegt. Sicherlich werden diese aber in den nächsten 1 bis 2 Jahren wieder Fahrt aufnehmen. Ich persönlich empfinde es so, dass sich Frauen gerade jetzt auf das zukünftige Reisen gut vorbereiten können und sollten. Kann man bei dir Onlinekurse buchen und wie laufen diese ab? 

Ja, man kann auch Online-Coachings und Webinare buchen. (Reise)Sicherheit ist ja auch ein sehr vielschichtiges Thema, dessen Komponenten ja auch in Deutschland wichtig sind. Zum Beispiel verbale und mentale Grenzen zu setzen – etwas, das ganz vielen Menschen Schwierigkeiten bereitet. Nein sagen, der eigenen Intuition wieder vertrauen lernen und ein Bewusstsein für die Umgebung entwickeln. Das ist in der S-Bahn genauso wichtig wie auf dem Radweg oder der Fußgänger-zone. 

Interaktive Webinare finde ich besser als anonyme Online-Kurse und die Teilnehmer können sich austauschen und Fragen stellen. Der Erfahrungsaustausch ist ganz wichtig, damit man nicht denkt „sowas passiert nur mir“. Auch wenn wir nicht mehr so viel reisen wie vorher, kann es doch nicht schaden, den einen oder anderen Tipp zu beherzigen und zum Beispiel verbale Signale der Gefahr zu erkennen. Denn die Kriminellen haben sich jetzt verstärkt aufs Netz verlegt und zunehmende Isolation und Einsamkeit lässt manche Menschen leider unvorsichtig werden. Da wechselt dann schonmal eine größere Geldsumme den Besitzer, weil der „attraktive Pilot“ gerade angeblich unter finanziellem Druck steht. Im Fachjargon heißt das Social Engineering. Und auch in Taxis in Deutschland sollte man als Frau stets hinten sitzen. Die meisten Übergriffe, von denen ich bisher gehört habe, passierten in Europa. 

At the moment, many people have put their travel activities on hold. But it will take up certainly speed again in the next 1 to 2 years. Personally, I feel that women can and should prepare well right now to travel in future. Do you offer special online courses and how do they work?

Yes, you can also book online coaching and webinars. (Travel) Security is a very complex issue, these components are also important in Germany. For example, setting verbal and mental boundaries – something that causes a lot difficulties in people. It is important to learn to say no and to trust your own intuition. But it’s also important to develop an awareness for the environment. This is just as important in the S-Bahn as while riding the bike or walking in the pedestrian zone.

I think interactive webinars are better than anonymous online courses and participants have the possibility to exchange ideas and ask questions. The exchange of experiences is very important so that you don’t think “this only happened to me”. Even if we don’t travel as much as before, it can be of use to get one or the other tip and, for example, to recognize verbal signals of danger. Because the criminals have now increasingly focused themselves on the net and increasing isolation and loneliness unfortunately makes some people more and more careless. A large amount of money changes hands because the “attractive pilot” has allegedly financial problems at the moment. In technical jargon this is called social engineering. And even in taxis in Germany you should always sit in the back as a woman. Most of the assaults I’ve heard of so far have occurred in Europe.

Ich finde, Frauen sollten sich viel mehr zu trauen. Sie sollten reisen, arbeiten, Unternehmen gründen und vieles mehr. Hast du einen speziellen Tipp parat, den du Frauen mit auf den Weg geben möchtest?

Da hast du vollkommen recht und ich weiß, dass ja auch du selbst eine Frau bist, die immer mutig ihren eigenen Weg gegangen ist. Mein Tipp ist, sich bei größeren Veränderungen frühzeitig einen Sparringspartner zu suchen. Nämlich bevor man sich so lange im Kreis dreht, bis man sich schließlich einredet, dass man das „sowieso nicht schafft“. Du musst nicht alles alleine machen, beziehungsweise alleine sehr lange auf der Stelle treten. Oft sind es nur Kleinigkeiten die Dich blockieren, die man aber ganz schnell beheben kann. Das ist immer wieder magisch. Daher biete ich auch das Neuland-Coaching an. Weil es mir wirklich Freude bereitet, Menschen in diesen Prozessen unterstützen zu können. 

I think women should be a lot more braver. More women should travel, work, start a business, and so on. Do you have a special tip that you would like to give women along the way?

You are absolutely right and I know that you are also a woman who has always bravely gone her own way. My tip is to look for a sparring partner at an early stage in the event of major changes. Namely before you go around in circles until you finally convince yourself that you “can’t do it anyway”.

You don’t have to think that you have to do everything on your own, or take go your ways alone for a long time. We are often only blocked by little things, but this can be changed very quickly. That’s why I also offer “Neuland coaching”. Because I really enjoy being able to support people in these processes.

Wie erlebst du selbst momentan die Coronazeit und was tust du, um dich bei Laune zu halten? 

Corona erlebe ich wie meine bisherigen Umzüge und Reisen in ein fremdes Land: es gibt plötzlich neue Regeln, man hat Dos and Don’ts, die es zu beachten gilt und man kann vielleicht auch nicht all das tun, was man gewohnt ist. Auf Krankheiten muss man ja in manchen Regionen dieser Welt auch ganz besonders achten und sich stets die Hände desinfizieren. Und dann lebt man damit und macht das Beste draus. Wie bei jeder sonstigen Herausforderung im Leben auch. Ich habe da generell einen stoischen Pragmatismus entwickelt. Zum Glück habe ich schon lange vor Corona Videos gemacht und Online-Coachings gegeben. Das hat mir den „Technik-Schock“ erspart, der den einen oder anderen jetzt ereilt. Denn es erfordert am Anfang ziemlich viel Zeit und Geduld, bis man sich in die ganze Technik und Software eingearbeitet hat. Die Abstände in den Supermärkten hatte ich mir schon früher gewünscht, da ich distanzlose Menschen hasse und die Masken nehme ich als notwendiges Übel wahr. Ansonsten schaue ich auf das, was gerade geht. Denn über das zu jammern, was gerade nicht geht, hilft ja nix. Was mir zugutekommt ist, dass ich gerne allein bin und nicht unbedingt viele Menschen um mich herum brauche.

Das macht es natürlich leichter und dafür bin ich auch wirklich dankbar. Auf langen Spaziergängen „plogge“ ich (Anmerkung der Redaktion: beim Laufen oder Joggen Müll aufheben). Dieses sportliche Müllsammeln habe ich zwar vorher auch unternommen, aber jetzt ist es umso mehr mein Beitrag zu den Dingen, die wir wirklich beeinflussen können. Denn die massive Umweltverschmutzung dürfen wir auch nicht außer Acht lassen. Ansonsten nutze ich die Zeit zum Schreiben und Lesen. 

How are you currently experiencing the Corona period and what do you do to keep yourself happy?

I experience Corona like my previous moves and trips to a foreign country: there are new rules, you have dos and don’ts, you have to observe and you may not be able to do everything you are used to. In some regions of the world you have to pay special attention to diseases and always disinfect your hands. There you have to live with it and make the best of it. As with any other challenge in life.

I have generally developed a stoic pragmatism there. Fortunately, I made videos and gave online coaching long before Corona. That saved me from the “technology shock” that now overtakes some people. Because at the beginning it takes a lot of time and patience to get used to all the technology and software.

I would have loved that people keep the distances in the supermarkets already before Corona, because I hate people who do not keep distance from another person and I see the masks as a necessary evil. Otherwise I look at what is going on right now. Because complaining about what doesn’t work at the moment doesn’t help. And I have to say I like to be alone and don’t necessarily need many people around me.

That makes it easier, of course, and I’m really grateful for that. I “plog” on long walks (editor’s note: pick up rubbish when running or jogging). I did this sporty collecting of garbage before, but now it’s my contribution to the things that we can really influence. Because we must not ignore the massive environmental pollution. In addition I use the time to write and read.

Gibt es auf dieser Welt einen “Lieblingsort’ oder ein “Lieblingsland” für dich?

Es gibt ein paar. Ich habe mich in England immer sehr zu Hause gefühlt und ein paar Jahre in Bristol gelebt. Meine absolute Lieblingsstadt. Ich liebe Marrakesch und war längere Zeit in Kambodscha, wo ich mich auch sehr wohlgefühlt habe. Auch liebe ich es, irgendwo in Asien morgens mit einer Tasse Kaffee am Mekong zu sitzen. Das ist echt magic. Wo ich jetzt lebe, gibt es eine alte Eiche, bei der ich mich gerne aufhalte. Ein Kraftplatz, um Energie zu tanken. Auch schön. 

Do you have a favorite place or country?

There are a few. I’ve always felt very at home in England and lived in Bristol for a couple of years. My absolute favorite city. I love Marrakech and have been to Cambodia for a long time, where I also felt very comfortable. I also love to sit by the Mekong with a cup of coffee in the morning somewhere in Asia. That’s really magic. There is an old oak tree where I live now that I like to hang out with. A place of strength to recharge your batteries.

Was ist deine oder was sind deine großen Leidenschaften neben dem Reisen?

Sport hat schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Turnen, Rudern, Klettern, Laufen und Mountainbiken. Zurzeit hauptsächlich Yoga, Rennrad und Krav Maga. Ansonsten liebe ich Kunst und Literatur und freue mich sehr darauf, endlich wieder in eine Foto-Ausstellung gehen zu können.

What is your or what are your greatest passions besides traveling?

Sport has always played a big role in my life. Gymnastics, rowing, climbing, running and mountain biking. Currently I do mainly yoga, racing bikes and Krav Maga. Otherwise, I love art and literature and am really looking forward to finally being able to go to a photo exhibition again.

Hier darfst du gerne noch etwas ergänzen, was du noch ergänzen möchtest bzw. dir am Herzen liegt.

Was mir noch sehr am Herzen liegt ist Frauen – und auch Männern – denen mal etwas Gefährliches oder ein Übergriff passiert ist, die Scham zu nehmen, darüber zu sprechen. Niemand ist „selbst schuld“, wenn so etwas passiert. Daher biete ich auch in den Seminaren die Möglichkeit des Austauschs. Aus der Praxis, für die Praxis. Denn Kriminelle sind kreativ und wir können da alle voneinander lernen. Das hilft auch uns zugestehen, nicht „lieb sein“ zu müssen. Etwas, das ja tief in uns Frauen verankert ist. Habe den Mut, ein „Badass“ zu sein! 

Here you are welcome to add something that you would like to add!

What is still very important to me is to take away the shame of women – and men too – who have experienced something dangerous or an assault, and talk about it. You should never “ blame” yourself, when something like this happens. That is why I also offer the opportunity to exchange ideas in the seminars. From the practice for the practice. Because criminals are creative and we can all learn from each other. This also helps us to admit that we don’t have to “be nice”. Something that is deeply anchored especially in us women. Have the courage to be a “badass”!

Video by Ute Schneider