Unique shops

🇩🇪 Wer liebt ihn nicht: den Kaffee. Ich persönlich beginne keinen Morgen ohne meine Tasse Kaffee. Er ist mein Lebenselixier und macht mich fit für den Tag. Und SIE lebt IHN, DEN KAFFEE: Meike Fröhlich. Meike ist Inhaberin eines wunderschönen und sehr liebevoll eingerichteten Kaffeeladens in Stuttgart und betreibt auch selbst eine Kaffeerösterei. Sie spricht über ihre Philosophie, den Kaffee und wie sie die Coronazeit erlebt.

🇺🇸 Who doesn’t love it: coffee. I personally don’t start a morning without my cup of coffee. It is my elixir of life and makes me fit for the day. And SHE lives HIM, THE COFFEE: Meike Fröhlich. Meike is the owner of a beautiful and very lovingly furnished coffee shop in Stuttgart/Germany and also runs a coffee roastery herself. She talks about her philosophy, coffee and how she experienced the Corona period.

Meike Fröhlich

www.froehlich-kaffee.de

https://www.instagram.com/froehlichkaffee/

https://touch.facebook.com/froehlichkaffeeroesterei/?tn=%2As-R

Photocredit by Meike Fröhlich

🇩🇪 Stell dich uns einfach kurz vor!

Mein Name ist Meike Fröhlich. Geboren bin ich 1969 in Stuttgart.

🇺🇸 Just introduce yourself to us!

My name is Meike Fröhlich. I was born in Stuttgart in 1969.

🇩🇪 Du hast einen so unglaublich liebevollen und warmherzigen Laden. Seit wann betreibst du die Kaffeerösterei und wer unterstützt dich dabei?

Oh, vielen lieben Dank für dieses Kompliment! Seit über 21 Jahren habe ich in dem Stadtviertel, in dem ich aufwuchs, meine berufliche Heimat gefunden: in meiner Spezialitätenrösterei in der Gutenbergstrasse.

Hier kann ich mein Wirken und Arbeiten so gestalten, wie es mir am liebsten ist: unabhängig, selbständig und umgeben von meiner Familie, meinem Vater und Senior-Röstmeister Manfred (und unvergessen meine Mutter, die viele Jahre die Seele im Ladenverkauf war) und meinem Mann, der zu meiner großen Freude seit 4 Jahren mit eingestiegen ist und nun einen Großteil der Bohnen röstet, sowie meiner Schwägerin, die mich im Laden unterstützt und die Latte Art beherrscht wie kein anderer von uns. 

🇺🇸 You have such an incredibly loving and warm-hearted shop. How long have you been running the coffee roasting business and who supports you?

Oh, thank you very much for this compliment! For over 21 years I have found my professional home in the district where I grew up: in my specialty roastery in the Gutenbergstrasse.

Here I can shape my work in the way I prefer: independent, self-employed and surrounded by my family, my father and senior roasting master Manfred (and unforgotten my mother, who was the soul of the store for many years) and my man who, to my great joy, has been on board for 4 years now and roasts a large part of the beans, as well as my sister-in-law, who supports me in the shop and masters the latte art like none of us.

Photocredit by Meike Fröhlich

🇩🇪 Von wo bezieht ihr euren Kaffee und was ist euch beim Angebot eurer Produkte wichtig? Ihr habt aber auch Tees im Angebot und man kann auch Kaffeesäcke bei euch kaufen, hast du einen bestimmten Tipp bezüglich der Verwendung von Kaffeesäcken? 

Kaffee hat oberste Priorität bei uns, aber ich habe das Sortiment aufgebaut wie in den traditionellen norddeutschen Kaffeeröstereien: Kaffee, Tee, Confiserie.

Alles wird von mir selbst ausgewählt und zusammengestellt – das macht den Laden so einzigartig und eben passend zu mir: Ich bin von allem zu 100% Prozent überzeugt, ansonsten könnte ich nicht dahinterstehen. Wir bieten zudem noch Espressomaschinen, Mühlen und Seminare an. All das  wird von uns allen gelebt.

Einen Teil unseres Kaffees beziehen wir direkt vom Erzeuger. Der andere Teil wird von Spezialitätenkaffee-Händlern importiert, mit denen wir seit Beginn an zusammenarbeiten und die selbst vor Ort einkaufen – und denen wir absolut vertrauen, was Nachhaltigkeit, Qualität und soziales Engagement für die Kaffeebauern und -pflücker vor Ort angeht.  

Und was man mit den Kaffeesäcken so machen kann findet ihr auf meiner Homepage www.froehlich-kaffee.de.

🇺🇸 Where do you get your coffee from and what is important to you when offering your products? But you also have teas on offer and people can also buy coffee sacks from you, do you have a specific tip regarding the use of coffee sacks?

Coffee is our top priority, but I have built up the range like in the traditional north German coffee roasters: coffee, tea, confectionery.

Everything is selected and put together by myself – that is what makes the shop so unique and just right for me: I am 100% convinced of everything. We also offer espresso machines, grinders and seminars. All of this is lived by all of us.

We get a part of our coffee directly from the producer. The other part is imported by specialty coffee dealers, with whom we have worked since the beginning and who buy locally themselves – and whom we absolutely trust when it comes to sustainability, quality and social commitment for the coffee farmers and pickers on site.

And what you can do with the coffee sacks can be found on my homepage www.froehlich-kaffee.de.

🇩🇪 Ihr bietet auch Seminare an. Aktuell findet noch das Maschinenseminar statt. Was kann man sich darunter vorstellen?

Es gibt das „Kaffeekränzchen“, wo allgemeines Basiswissen vermittelt und gefachsimpelt wird. Das ist jedes Mal anders, je nach Zusammenstellung der Teilnehmer. Das Maschinenseminar ist entweder für Kunden, die bereits eine Maschine haben und Hilfe bei der Bedienung benötigen, oder für Menschen, die noch nicht wissen, welche Espressomaschine am besten zu ihnen passt.

Es geht sehr ins Detail und ist relativ zeitaufwendig. Doch wenn man einmal gelernt hat, warum der Espresso wie aus der Maschine kommt, kann man das für den Rest des Lebens. Wenn man bei uns ein Set aus Maschine und Mühle kauft, bekommt man das Maschinenseminar mit Einweisung in die Bedienung als Bonbon dazu.

🇺🇸 You also offer seminars. The machine seminar is currently still taking place. What can that mean?

There is the “coffee party”, where general basic knowledge is shared. It is different every time, depending on the composition of the participants. The machine seminar is either for customers who already have a machine and need help with, or for people who do not yet know which espresso machine is the best for them.

All goes into great detail and is relatively time-consuming. But once you’ve learned why espresso comes out of the machine, you can manage it yourself for the rest of your life. If you buy a machine and mill from us, you also get the machine seminar for free.

🇩🇪 Wie habt ihr die Coronazeit erlebt?

Sehr intensiv, auf jeden Fall. Auf der einen Seite sind wir neue Wege gegangen und kreativ geworden, um die Schwierigkeiten bzw. Veränderungen zu meistern. Mir macht so etwas ja Spaß, da werde ich kreativ und bekomme einen Motivationsschub. Wir hatten aber auch das unglaubliche Glück, dass wir ein Herstellungsbetrieb und Lebensmitteleinzelhandelsgeschäft sind und eben keine Gastronomen. Denn deshalb mussten wir nicht schließen.

Aber ehrlicherweise muss ich sagen, hatten wir im ersten Jahr auch große Angst davor, uns anzustecken und halten uns immer akribisch an alle  Hygienevorschriften usw. Das mag manchem Kunden vielleicht aufgestoßen sein, aber ich habe doch Verantwortung, nicht nur für meine Mitarbeiter und mich, sondern auch für die Kunden. Unsere Existenz hängt zudem vom Geschäft ab, und dafür haben wir alle viel getan und tun es noch immer. 

🇺🇸 How did you experience the Corona period?

Very intense, definitely. On the one hand, we went new ways and got creative in order to master the difficulties and changes. I enjoy doing something like that, because I am very creative and got a real boost in motivation. But we were also incredibly lucky that we are a manufacturing company and food retail business and not restaurateurs. Because that’s why we didn’t have to close.

But honestly, I have to say that in the first year we were also very afraid of getting infected and we always meticulously adhere to all hygiene regulations, etc. Some customers may have noticed that, but I have responsibility, not only for my employees and myself, but also for customers. Our livelihoods also depend on business, and we’ve all done and still do a lot for that.

🇩🇪 Welche Konsequenz habt ihr daraus gezogen? Habt ihr euer Sortiment verändert?

Einmal haben wir letzten März endlich den lange geplanten und vorbereiteten Onlineshop in Betrieb genommen. Des Weiteren habe ich, nachdem ich mich sehr dagegen gesträubt hatte, ein Kartenterminal gekauft, so dass auch kontaktlose Zahlung bei uns möglich ist – willkommen im 21. Jahrhundert! 🙂


Das Kaffeesortiment haben wir aufgrund der stärkeren Nachfrage erweitert. Zum Beispiel mit dem Espresso „Fröhlich Spezial“, den mein Mann kreiert hat. Neu ist auch unser „Kaffee des Monats“, meist ausgesuchte Raritäten aus Mikrolots, die geschmacklich und auch vom Processing her die gängigen Wege verlassen. Wir freuen uns auch sehr, dass unser Lieblingsmaschinenhersteller Reneka aus dem Elsass endlich eine Homeespressomaschine herausgebracht hat, die wir vertreiben. Eben etwas anderes als das, was man überall findet.

🇺🇸 What conclusion did you draw from this? Have you changed your range?

Once, last March, we finally put the long-planned online shop online. Furthermore, after I was very much against it, I bought a card terminal so that contactless payment is possible – welcome to the 21st century! 🙂

We have expanded the range of coffees due to the increased demand. For example with the “Fröhlich Spezial” espresso that my husband created. Our “Coffee of the Month” is also new, mostly selected rarities made from micro lots, which in terms of taste and processing leave the usual paths. We are also very pleased that our favorite machine manufacturer Reneka from Alsace has finally brought out a home espresso machine that we sell. Something different from what you find everywhere.

🇩🇪 Welche Kaffeesorte trinkst du persönlich am liebsten?

Oh, so viele! Meine All-Time-Favorites sind jedoch der Papua Neu Guinea Plantation Sigri AA, unsere Wiener Kaffeehausmischung nach Wiener Originalrezept, das mein Vater seinerseits von seiner Ausbildung dort mitgebracht hat und der Espresso, den Honduras Catuai.

🇺🇸 What kind of coffee do you personally prefer to drink?

Oh so many! My all-time favorites, however, are the Papua New Guinea Plantation Sigri AA, our Viennese coffee house blend based on an original Viennese recipe, which my father brought with him from his training there, and the espresso, the Honduras Catuai.

Photocredit by Meike Fröhlich

🇩🇪 Was sind deine nächsten Ziele?

Der Weg ist das Ziel! Das Ziel ist, glücklich und gesund alt zuwenden und die Menschen mit gutem Kaffee und Espresso zu verzaubern. Wir sind gerade dabei, unsere Bohnen auch verstärkt über Feinkostmärkte und Hofläden zu vertreiben.

Seit die Gastronomie große Einbrüche verkraften muss und der Kaffeeverkauf in diesem Sektor stagnierte, haben sich im Wiederverkäuferbereich Türen geöffnet. Wichtig ist es meines Erachtens, flexibel zu bleiben, um auf die sich ständig verändernden Bedingungen und Voraussetzungen reagieren zu können. Was oftmals eine Herausforderung darstellt und definitiv schwer ist, da es langfristig nicht planbar ist. 

🇺🇸 What are your next goals?

The path is the goal! My goal is to turn old in a happy way and to stay healthy and to enchant people with good coffee and espresso. We are currently in the process of selling our beans increasingly through delicatessen markets and farm shops.

Since the catering industry has had to cope with major slumps and coffee sales have stagnated in this sector, doors have opened in the reseller area. In my opinion, it is important to remain flexible in order to be able to react to the constantly changing conditions and requirements. Which is often a challenge and is definitely difficult because it cannot be planned in the long term.

🇩🇪 Möchtest du noch etwas ergänzen, was dir am Herzen liegt?

Ich danke allen Kundinnen und Kunden, auch den vielen neuen, die uns in dieser Zeit treu geblieben sind und uns mit Motivation und Verständnis begegnet sind und immer noch begegnen. Die Rückmeldung ist uns so wichtig. Ich freue mich über jede und jeden, die/der den Laden mit einem Lächeln verlässt. Dann weiß ich: Ich habe alles richtig gemacht! Unterstützt eure lokalen kleinen Läden, kauft dort ein! Wir machen das auch! Seid freundlich zueinander, wir haben nur ein Leben, und jeder Tag sollte lebenswert sein. 

🇺🇸 Would you like to add something else that is close to your heart?

I would like to thank all customers, including the many new ones, who have remained loyal to us during this time and have met us with motivation and understanding and still meet us. Their feedback is so important to us. I am happy about everyone who leaves the store with a smile. Then I know: I did everything right! Support your local small shops, shop there! We do that too! Be kind to one another, we only have one life and every day should be worth living.

Photocredit by Meike Fröhlich

Ich persönlich liebe ja die Zero Waste Philosophie, lebe sie so gut es geht auch selbst und bin bei meinen Recherchen auf den Laden “Tante Olga” in Köln gekommen. Die beiden Inhaber, Gregor und Olga, haben mir ein wunderbares Interview gegeben und ich würde mich sehr freuen, wenn das Zero Waste Living immer mehr und mehr Anhänger finden würde. Übrigens, ihr könnt bei Olga und Gregor auch online bestellen. Hier die Links:

Personally, I love the Zero Waste philosophy, I live it myself as well as good as I can and when I was researching I came across the store “Tante Olga” in Cologne.The two owners, Gregor and Olga, gave me a wonderful interview and I would be very happy if Zero Waste Living would find more and more fans. By the way, you can also order online from Olga and Gregor. Here are the links:

www.tante-olga.de

www.zerowasteladen.de

Photocredit by Olga und Gregor

Wir heißen Gregor und Olga, die Inhaber von „Tante Olga“,  Kölns 1. Bio- Unverpackt Laden (www.tante-olga.de), dem Zero Waste Laden, dem Onlineshop für Zero Waste Spezialprodukte (www.zerowasteladen.de).

Ich, Olga, blogge seit 2013 über Zero Waste auf zerowastelifestyle.de und habe zwei Bücher zu dem Thema geschrieben: 

We are Gregor and Olga, the owners of “Tante Olga”, Cologne’s 1st organic unpacked store (www.tante-olga.de), the Zero Waste store, the online shop for zero waste special products (www.zerowasteladen.de).

I, Olga, have been blogging about Zero Waste on zerowastelifestyle.de since 2013 and have written two books on the subject:

 „Ein Leben ohne Müll – Mein Weg mit Zero Waste“ 

und

“Zero Waste Baby“.  

Ich halte regelmäßig Vorträge zu Zero Waste und nachhaltiger Ernährung.

Außerdem bin ich Bonus Mama von Gregors drei Töchtern und Mama von unserem gemeinsamen Sohn.

I regularly give lectures on zero waste and sustainable nutrition.

I’m also the bonus mom of Gregor’s three daughters and the mom of our son.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Ich lebe schon seit 8 Jahren nach dem Zero Waste Prinzip. Versuche also so wenig Müll wie möglich zu hinterlassen. Dafür braucht man aber erstmal ein paar Sachen, die es im normalen Einzelhandel nicht gibt, beziehungsweise damals nicht gab. Deshalb haben wir 2016 den Zero Waste Laden, den Onlineshop für Zero Waste Spezialprodukte eröffnet, um es anderen Menschen einfacher zu machen, diese Dinge zu bekommen und dabei darauf zu achten, dass der Verpackungsaufwand möglichst gering ist. Also alles aus einer Hand und verpackt in gebrauchtes Verpackungsmaterial, CO2 neutral versendet. 
Außerdem wollten wir mit dem Laden inspirieren, was es noch alles gibt, um im Alltag Müll zu vermeiden. Das sind Sachen wie: 

Bambuszahnbürsten, festes Shampoo, Mehrwegkaffeefilter, Zahnputztabletten, Stoffservietten und mittlerweile auch ökologisches Büromaterial und Literatur zur Weltrettung.

How did you come up with the idea?

I’ve been living according to the zero waste principle for 8 years. So I try to leave as little waste and Trass as possible. But first of all you need a few things that don’t exist in normal retail or that weren’t available at that time. That is why we opened the Zero Waste Shop, the online shop for zero waste special products in 2016 to make it easier for other people to get these things and to ensure that the packaging effort is as low as possible. So everything should be from a single source and packed in used packaging material, CO2 neutral shipping.

We also wanted the store to inspire everything else there is to avoid rubbish in everyday life. These are things like:

Bamboo toothbrushes, solid shampoo, reusable coffee filters, toothbrush tablets, cloth napkins and, in the meantime, ecological office supplies and literature to save the world.

Photocredit by Gregor und Olga

Am Ende des gleichen Jahres kam dann der Unverpackt-Laden hinzu. Zum einen wollten wir unsere Produkte auch offline anbieten zum anderen wünschten wir uns selbst, unsere Lebensmittel unverpackt einkaufen zu können. Da es damals noch keinen Unverpackt-Laden in Köln gab, haben wir uns entschlossen, selbst einen zu eröffnen.

At the end of the same year the unpackaged shop was opened. On the one hand, we wanted to offer our products offline, and on the other hand, we wanted ourselves to be able to buy our groceries unpacked. Since there was no unpackaged store in Cologne at that time, we decided to open one.

Wie übersteht ihr gerade die Corona-Zeit?

Es ist deutlich schwieriger geworden. Die Kundenzahl ist zurückgegangen. Uns hält vor allem auch der Onlineshop über Wasser.

How are you getting through the Corona period?

It has become much more difficult.The number of customers has decreased.Above all, the online shop keeps us afloat.

Euer Focus ist das müllfreie Leben, welche Tipps habt ihr gerade für “Anfänger” in dieser Hinsicht? Wie beginnt man ein müllfreies Leben?

Das ist sehr individuell. Ich empfehle immer mit genau dem anzufangen, was einem leicht fällt. Dann bekommt man schnell Erfolgserlebnisse und Spaß an der Sache. Das motiviert dazu immer neue Sachen auszuprobieren, neue Wege zu gehen und Alternativen zu finden.

Bei mir waren es sehr einfache Umstellungen: Stofftaschentücher statt Einwegtaschentücher, Haarseife statt Shampoo, Rasierhobel statt Einwegrasierer, Leitungswasser trinken statt Flaschenwasser kaufen, Küchenrolle durch Lappen ersetzten und die Menstruationstasse statt Tampon. Auch der Stoffbeutel beim Einkaufen und die Stoffsäckchen zum Einpacken von Brot, Obst und Gemüse kann jeder überall leicht umsetzten. Anfangs vergisst man die Beutel vielleicht noch, aber mit der Zeit wird das zur Routine.

Der wichtigste und einfachste Faktor ist aber weniger zu konsumieren, also weniger Dinge zu kaufen, denn alles, was wir kaufen, wird irgendwann zu Müll, nicht nur Verpackungen. Und je weniger wir kaufen, desto weniger Müll produzieren wir. Beziehungsweise desto weniger Ressourcen verschwenden wir. Wenn man doch mal etwas braucht, dann erst schauen, ob man es auf dem Gebrauchtmarkt bekommt. So müssen keine Ressourcen für ein neues Produkt aufgewendet werden, wo es doch so viele schon gibt.

Your focus is the waste-free life, what tips do you have for “beginners” in this regard? How do you start a garbage-free life?

That is very individual.I always recommend starting with exactly what is easy for you. Then you quickly get a sense of achievement and enjoy yourself. This motivates people to always try new things, to break new ground and to find alternatives.

For me it was very simple changes: Handkerchiefs out of cloth instead of disposable handkerchiefs, hair soap instead of shampoo, safety razors instead of disposable razors, drinking tap water instead of buying bottled water, replacing kitchen rolls with rags and the menstrual cup instead of a tampon. Even the cloth bag for shopping and the cloth bag for packing bread, fruit and vegetables can be easily be organized. You might forget the bags at first, but over time it becomes a routine.

The most important and simplest factor, however, is to consume less, i.e. to buy less things, because everything we buy becomes garbage at some point, not just the packaging. And the less we buy, the less waste we produce. Or the less resources we waste. If you do need something, first have a look if you can get it on the used market. No resources have to be spent on a new product when there are so many already existing.

Was treibt Euch täglich an, Eure Idee zu leben?

Wir haben Kinder und wünschen uns, dass sie ein genauso reiches Leben führen wie wir. Dass ihnen genauso eine Fülle an Ressourcen zur Verfügung stehen wie uns jetzt und dass der Klimawandel ihre Umwelt nicht in eine traurige Wüste verwandelt.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist eine ganz hedonistische. Mein Leben hat sich deutlich verbessert. Ich bin finanziell unabhängiger, weil ich deutlich geringere Ausgaben habe. Das liegt daran, dass ich kein Geld für Einwegprodukte mehr ausgebe, Sachen, wie Schminke und Parfum einfach weglasse und deutlich weniger konsumiere. Und wenn ich etwas brauche, kaufe ich es gebraucht. Ganz nebenbei führt das dazu, dass ich mich vollkommener und zufriedener fühle, mit dem, was ich habe und nicht die ganze Zeit im Mangel bin, irgendetwas neues zu brauchen.

Ich habe mehr Zeit bzw. verbringe ich meine Zeit mit Tätigkeiten, die ich wesentlich erfüllender empfinde, als das davor der Fall war. 40 Stunden Computerarbeit, genervt nach Hause, konsumieren, damit das erträglich bleibt, K.O. vor dem Fernseher entspannen und hinter Schminke und Kleidung verstecken, wie unzufrieden ich mit mir selbst bin – das Standardhamsterrad eben.

Meine Gespräche und Beziehungen sind inhaltsvoller geworden, weil sie sich um tiefgründigere Dinge drehen als: „Was hast du denn wieder Neues gekauft?“ Und gleichzeitig empfinde ich meine Existenz als wesentlich sinnvoller und weniger belastend für unseren Planeten.

Ich habe so viel dazu gelernt, wie ich Dinge selber machen kann, mit weniger auskomme, wie die Welt funktioniert, wo das ganze Zeug eigentlich herkommt, das wir verwenden, warum unsere Landwirtschaft hochgradig problematisch ist und wie man einfach anders und leichter leben kann. Das möchte ich nicht mehr missen.

What drives you to live your idea?

We have children and we want them to live as rich lives as we do. That they have just as abundance of resources at their disposal as we do now and that climate change does not turn their environment into a sad desert.

That’s one Point .The other Point is entirely hedonistic. My life has improved a lot. I am financially more independent because I have significantly lower expenses. This is because I no longer spend any money on single-use products, simply leave out things like make-up and perfume and consume significantly less. And when I need something, I buy it used. Incidentally, it makes me feel more happy and satisfied with what I have and don’t need to by always something new.

I have more time or I spend my time doing activities that I find much more fulfilling than was the case before: 40 hours of computer work, going home annoyed, consuming so that it remains bearable, lying tired in front of the TV and hiding behind make-up and clothes the dissatisfaction – the standard hamster wheel.

My conversations and relationships have become more meaningful because they revolve around more profound things than: “What have you bought lately?” And at the same time I find my existence much more meaningful and less stressful for our planet.

I’ve learned so much about how I can do things on my own, how I can live with less, how the world works, where all the stuff we use comes from, why our agriculture is such a problem and how we can simply live differently and more easily. I don’t want to miss that anymore.

Photocredit by Gregor und Olga

Habt ihr das Gefühl, dass immer mehr Menschen die Idee annehmen? 

Ja. Als ich 2013 anfing über Zero Waste zu bloggen (zerowastelifestyle.de) gab es nichts zu dem Thema im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile gibt es hunderte Blogs und Social Media Kanäle, Podcasts, Videos und Fernsehformate. Das Thema ist im Mainstream angekommen und immer mehr „normale“ Geschäfte stellen sich auf den Bedarf ein. Leider nicht immer komplett zu Ende gedacht und manchmal auch Greenwashing, aber immerhin.

Do you have the feeling that more and more people are accepting the idea?

Yes. When I started blogging about Zero Waste in 2013 (zerowastelifestyle.de) there was almost nothing to find on the subject in German-speaking countries. There are now hundreds of blogs and social media channels, podcasts, videos and television formats. The topic has arrived in the mainstream and more and more “normal” businesses are adjust their supply to the demand. Unfortunately not always completely well thought out and sometimes also greenwashing.

Was möchtet ihr noch ergänzen, was ist Euch wichtig?

Es ist an der Zeit, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken, ist vorbei. Das Schöne daran: Uns erwartet kein trauriger Mangel, sondern eine ganz neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die das Miteinander in den Vordergrund stellt, in der deutlich weniger Arbeit anfallen wird, weil wir deutlich weniger brauchen, in der es um unser wahres inneres Glück geht und nicht um das Bruttosozialprodukt, in der wir unseren Wohlstand nicht durch Ausbeutung anderer Menschen, der Tiere und der Natur aufrechterhalten. Wir können also alle nur gewinnen. Jeder einzelne Schritt eines jeden einzelnen Menschen in diese Richtung ist wichtig und wertvoll, damit wir dort irgendwann einmal landen. 

What else would you like to add, what is important to you?

It is time to take responsibility for what we do. The good thing about it: We are not expecting a sad shortage, but a completely new economic and social order that puts togetherness in the foreground, in which there will be significantly less work because we need significantly less, which is about our true inner happiness and not about the gross national product, in which we do not maintain our prosperity by exploiting other people, animals and nature. So we can all only win. Every single step of every single person in this direction is important and valuable so that we end up there at some point.

Und hier noch ein ganz besonderer Tipp von Olga:

Hast du ein Baby, dann probiere es mal mit Stoffwindeln und Abhalten. Das ist bei weitem nicht so dramatisch, wie es uns die Windelindustrie weismachen will. Es verbessert die Kommunikation zwischen dir und deinem Kind und lässt die Kinder sehr schnell trocken werden. Zwischen 1-1,5 Jahren ist normal. Da kann ja keiner mehr davon sprechen, dass das viel Arbeit ist. Im Gegenteil, du sparst definitv Zeit und Geld und natürlich Ressourcen. 

And here’s a very special tip from Olga:

If you have a baby, try cloth diapers and barriers.This is nowhere near as dramatic as the diaper industry would makes us believe. It improves the communication between you and your child and makes the children dry very quickly. Between 1-1.5 years is normal. Nobody can say that this is a lot of work. On the other Side, you definitely save time and money and of course resources.