Unique shops

Ich persönlich liebe ja die Zero Waste Philosophie, lebe sie so gut es geht auch selbst und bin bei meinen Recherchen auf den Laden “Tante Olga” in Köln gekommen. Die beiden Inhaber, Gregor und Olga, haben mir ein wunderbares Interview gegeben und ich würde mich sehr freuen, wenn das Zero Waste Living immer mehr und mehr Anhänger finden würde. Übrigens, ihr könnt bei Olga und Gregor auch online bestellen. Hier die Links:

Personally, I love the Zero Waste philosophy, I live it myself as well as good as I can and when I was researching I came across the store “Tante Olga” in Cologne.The two owners, Gregor and Olga, gave me a wonderful interview and I would be very happy if Zero Waste Living would find more and more fans. By the way, you can also order online from Olga and Gregor. Here are the links:

www.tante-olga.de

www.zerowasteladen.de

Photocredit by Olga und Gregor

Wir heißen Gregor und Olga, die Inhaber von „Tante Olga“,  Kölns 1. Bio- Unverpackt Laden (www.tante-olga.de), dem Zero Waste Laden, dem Onlineshop für Zero Waste Spezialprodukte (www.zerowasteladen.de).

Ich, Olga, blogge seit 2013 über Zero Waste auf zerowastelifestyle.de und habe zwei Bücher zu dem Thema geschrieben: 

We are Gregor and Olga, the owners of “Tante Olga”, Cologne’s 1st organic unpacked store (www.tante-olga.de), the Zero Waste store, the online shop for zero waste special products (www.zerowasteladen.de).

I, Olga, have been blogging about Zero Waste on zerowastelifestyle.de since 2013 and have written two books on the subject:

 „Ein Leben ohne Müll – Mein Weg mit Zero Waste“ 

und

“Zero Waste Baby“.  

Ich halte regelmäßig Vorträge zu Zero Waste und nachhaltiger Ernährung.

Außerdem bin ich Bonus Mama von Gregors drei Töchtern und Mama von unserem gemeinsamen Sohn.

I regularly give lectures on zero waste and sustainable nutrition.

I’m also the bonus mom of Gregor’s three daughters and the mom of our son.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Ich lebe schon seit 8 Jahren nach dem Zero Waste Prinzip. Versuche also so wenig Müll wie möglich zu hinterlassen. Dafür braucht man aber erstmal ein paar Sachen, die es im normalen Einzelhandel nicht gibt, beziehungsweise damals nicht gab. Deshalb haben wir 2016 den Zero Waste Laden, den Onlineshop für Zero Waste Spezialprodukte eröffnet, um es anderen Menschen einfacher zu machen, diese Dinge zu bekommen und dabei darauf zu achten, dass der Verpackungsaufwand möglichst gering ist. Also alles aus einer Hand und verpackt in gebrauchtes Verpackungsmaterial, CO2 neutral versendet. 
Außerdem wollten wir mit dem Laden inspirieren, was es noch alles gibt, um im Alltag Müll zu vermeiden. Das sind Sachen wie: 

Bambuszahnbürsten, festes Shampoo, Mehrwegkaffeefilter, Zahnputztabletten, Stoffservietten und mittlerweile auch ökologisches Büromaterial und Literatur zur Weltrettung.

How did you come up with the idea?

I’ve been living according to the zero waste principle for 8 years. So I try to leave as little waste and Trass as possible. But first of all you need a few things that don’t exist in normal retail or that weren’t available at that time. That is why we opened the Zero Waste Shop, the online shop for zero waste special products in 2016 to make it easier for other people to get these things and to ensure that the packaging effort is as low as possible. So everything should be from a single source and packed in used packaging material, CO2 neutral shipping.

We also wanted the store to inspire everything else there is to avoid rubbish in everyday life. These are things like:

Bamboo toothbrushes, solid shampoo, reusable coffee filters, toothbrush tablets, cloth napkins and, in the meantime, ecological office supplies and literature to save the world.

Photocredit by Gregor und Olga

Am Ende des gleichen Jahres kam dann der Unverpackt-Laden hinzu. Zum einen wollten wir unsere Produkte auch offline anbieten zum anderen wünschten wir uns selbst, unsere Lebensmittel unverpackt einkaufen zu können. Da es damals noch keinen Unverpackt-Laden in Köln gab, haben wir uns entschlossen, selbst einen zu eröffnen.

At the end of the same year the unpackaged shop was opened. On the one hand, we wanted to offer our products offline, and on the other hand, we wanted ourselves to be able to buy our groceries unpacked. Since there was no unpackaged store in Cologne at that time, we decided to open one.

Wie übersteht ihr gerade die Corona-Zeit?

Es ist deutlich schwieriger geworden. Die Kundenzahl ist zurückgegangen. Uns hält vor allem auch der Onlineshop über Wasser.

How are you getting through the Corona period?

It has become much more difficult.The number of customers has decreased.Above all, the online shop keeps us afloat.

Euer Focus ist das müllfreie Leben, welche Tipps habt ihr gerade für “Anfänger” in dieser Hinsicht? Wie beginnt man ein müllfreies Leben?

Das ist sehr individuell. Ich empfehle immer mit genau dem anzufangen, was einem leicht fällt. Dann bekommt man schnell Erfolgserlebnisse und Spaß an der Sache. Das motiviert dazu immer neue Sachen auszuprobieren, neue Wege zu gehen und Alternativen zu finden.

Bei mir waren es sehr einfache Umstellungen: Stofftaschentücher statt Einwegtaschentücher, Haarseife statt Shampoo, Rasierhobel statt Einwegrasierer, Leitungswasser trinken statt Flaschenwasser kaufen, Küchenrolle durch Lappen ersetzten und die Menstruationstasse statt Tampon. Auch der Stoffbeutel beim Einkaufen und die Stoffsäckchen zum Einpacken von Brot, Obst und Gemüse kann jeder überall leicht umsetzten. Anfangs vergisst man die Beutel vielleicht noch, aber mit der Zeit wird das zur Routine.

Der wichtigste und einfachste Faktor ist aber weniger zu konsumieren, also weniger Dinge zu kaufen, denn alles, was wir kaufen, wird irgendwann zu Müll, nicht nur Verpackungen. Und je weniger wir kaufen, desto weniger Müll produzieren wir. Beziehungsweise desto weniger Ressourcen verschwenden wir. Wenn man doch mal etwas braucht, dann erst schauen, ob man es auf dem Gebrauchtmarkt bekommt. So müssen keine Ressourcen für ein neues Produkt aufgewendet werden, wo es doch so viele schon gibt.

Your focus is the waste-free life, what tips do you have for “beginners” in this regard? How do you start a garbage-free life?

That is very individual.I always recommend starting with exactly what is easy for you. Then you quickly get a sense of achievement and enjoy yourself. This motivates people to always try new things, to break new ground and to find alternatives.

For me it was very simple changes: Handkerchiefs out of cloth instead of disposable handkerchiefs, hair soap instead of shampoo, safety razors instead of disposable razors, drinking tap water instead of buying bottled water, replacing kitchen rolls with rags and the menstrual cup instead of a tampon. Even the cloth bag for shopping and the cloth bag for packing bread, fruit and vegetables can be easily be organized. You might forget the bags at first, but over time it becomes a routine.

The most important and simplest factor, however, is to consume less, i.e. to buy less things, because everything we buy becomes garbage at some point, not just the packaging. And the less we buy, the less waste we produce. Or the less resources we waste. If you do need something, first have a look if you can get it on the used market. No resources have to be spent on a new product when there are so many already existing.

Was treibt Euch täglich an, Eure Idee zu leben?

Wir haben Kinder und wünschen uns, dass sie ein genauso reiches Leben führen wie wir. Dass ihnen genauso eine Fülle an Ressourcen zur Verfügung stehen wie uns jetzt und dass der Klimawandel ihre Umwelt nicht in eine traurige Wüste verwandelt.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist eine ganz hedonistische. Mein Leben hat sich deutlich verbessert. Ich bin finanziell unabhängiger, weil ich deutlich geringere Ausgaben habe. Das liegt daran, dass ich kein Geld für Einwegprodukte mehr ausgebe, Sachen, wie Schminke und Parfum einfach weglasse und deutlich weniger konsumiere. Und wenn ich etwas brauche, kaufe ich es gebraucht. Ganz nebenbei führt das dazu, dass ich mich vollkommener und zufriedener fühle, mit dem, was ich habe und nicht die ganze Zeit im Mangel bin, irgendetwas neues zu brauchen.

Ich habe mehr Zeit bzw. verbringe ich meine Zeit mit Tätigkeiten, die ich wesentlich erfüllender empfinde, als das davor der Fall war. 40 Stunden Computerarbeit, genervt nach Hause, konsumieren, damit das erträglich bleibt, K.O. vor dem Fernseher entspannen und hinter Schminke und Kleidung verstecken, wie unzufrieden ich mit mir selbst bin – das Standardhamsterrad eben.

Meine Gespräche und Beziehungen sind inhaltsvoller geworden, weil sie sich um tiefgründigere Dinge drehen als: „Was hast du denn wieder Neues gekauft?“ Und gleichzeitig empfinde ich meine Existenz als wesentlich sinnvoller und weniger belastend für unseren Planeten.

Ich habe so viel dazu gelernt, wie ich Dinge selber machen kann, mit weniger auskomme, wie die Welt funktioniert, wo das ganze Zeug eigentlich herkommt, das wir verwenden, warum unsere Landwirtschaft hochgradig problematisch ist und wie man einfach anders und leichter leben kann. Das möchte ich nicht mehr missen.

What drives you to live your idea?

We have children and we want them to live as rich lives as we do. That they have just as abundance of resources at their disposal as we do now and that climate change does not turn their environment into a sad desert.

That’s one Point .The other Point is entirely hedonistic. My life has improved a lot. I am financially more independent because I have significantly lower expenses. This is because I no longer spend any money on single-use products, simply leave out things like make-up and perfume and consume significantly less. And when I need something, I buy it used. Incidentally, it makes me feel more happy and satisfied with what I have and don’t need to by always something new.

I have more time or I spend my time doing activities that I find much more fulfilling than was the case before: 40 hours of computer work, going home annoyed, consuming so that it remains bearable, lying tired in front of the TV and hiding behind make-up and clothes the dissatisfaction – the standard hamster wheel.

My conversations and relationships have become more meaningful because they revolve around more profound things than: “What have you bought lately?” And at the same time I find my existence much more meaningful and less stressful for our planet.

I’ve learned so much about how I can do things on my own, how I can live with less, how the world works, where all the stuff we use comes from, why our agriculture is such a problem and how we can simply live differently and more easily. I don’t want to miss that anymore.

Photocredit by Gregor und Olga

Habt ihr das Gefühl, dass immer mehr Menschen die Idee annehmen? 

Ja. Als ich 2013 anfing über Zero Waste zu bloggen (zerowastelifestyle.de) gab es nichts zu dem Thema im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile gibt es hunderte Blogs und Social Media Kanäle, Podcasts, Videos und Fernsehformate. Das Thema ist im Mainstream angekommen und immer mehr „normale“ Geschäfte stellen sich auf den Bedarf ein. Leider nicht immer komplett zu Ende gedacht und manchmal auch Greenwashing, aber immerhin.

Do you have the feeling that more and more people are accepting the idea?

Yes. When I started blogging about Zero Waste in 2013 (zerowastelifestyle.de) there was almost nothing to find on the subject in German-speaking countries. There are now hundreds of blogs and social media channels, podcasts, videos and television formats. The topic has arrived in the mainstream and more and more “normal” businesses are adjust their supply to the demand. Unfortunately not always completely well thought out and sometimes also greenwashing.

Was möchtet ihr noch ergänzen, was ist Euch wichtig?

Es ist an der Zeit, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken, ist vorbei. Das Schöne daran: Uns erwartet kein trauriger Mangel, sondern eine ganz neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die das Miteinander in den Vordergrund stellt, in der deutlich weniger Arbeit anfallen wird, weil wir deutlich weniger brauchen, in der es um unser wahres inneres Glück geht und nicht um das Bruttosozialprodukt, in der wir unseren Wohlstand nicht durch Ausbeutung anderer Menschen, der Tiere und der Natur aufrechterhalten. Wir können also alle nur gewinnen. Jeder einzelne Schritt eines jeden einzelnen Menschen in diese Richtung ist wichtig und wertvoll, damit wir dort irgendwann einmal landen. 

What else would you like to add, what is important to you?

It is time to take responsibility for what we do. The good thing about it: We are not expecting a sad shortage, but a completely new economic and social order that puts togetherness in the foreground, in which there will be significantly less work because we need significantly less, which is about our true inner happiness and not about the gross national product, in which we do not maintain our prosperity by exploiting other people, animals and nature. So we can all only win. Every single step of every single person in this direction is important and valuable so that we end up there at some point.

Und hier noch ein ganz besonderer Tipp von Olga:

Hast du ein Baby, dann probiere es mal mit Stoffwindeln und Abhalten. Das ist bei weitem nicht so dramatisch, wie es uns die Windelindustrie weismachen will. Es verbessert die Kommunikation zwischen dir und deinem Kind und lässt die Kinder sehr schnell trocken werden. Zwischen 1-1,5 Jahren ist normal. Da kann ja keiner mehr davon sprechen, dass das viel Arbeit ist. Im Gegenteil, du sparst definitv Zeit und Geld und natürlich Ressourcen. 

And here’s a very special tip from Olga:

If you have a baby, try cloth diapers and barriers.This is nowhere near as dramatic as the diaper industry would makes us believe. It improves the communication between you and your child and makes the children dry very quickly. Between 1-1.5 years is normal. Nobody can say that this is a lot of work. On the other Side, you definitely save time and money and of course resources.