Über Gott und die Welt/ About God and the world

Nichts spaltet die Menschen oft mehr, als das Thema Religion. Wobei sich in der Zwischenzeit auch viele Menschen in unseren Breitengraden von der Kirche abgewendet haben. Ursachen gibt es dafür viele. Vielleicht ist eine davon, dass sie in der Kirche bzw. in ihrer Religion nicht das gefunden haben, wonach sie immer gesucht haben. Vielleicht haben sie aber auch gar nicht erst den Versuch gemacht, etwas dort zu finden. Ich selbst bin protestantisch aufgewachsen und habe mich schon als junges Mädchen mit dem Thema Religion beschäftigt. Im Laufe der Jahre habe ich nicht nur die Bibel gelesen, sondern auch den Koran, unzählige Schriften über den Buddhismus, Hinduismus, die jüdische Religion usw.. Religion und Glaube haben mich schon immer fasziniert. Unabhängig davon, wer welchen Glauben hat, ich selbst glaube daran, dass der Glaube Stärke und Kraft verleiht. Und nicht nur das, der Glaube vermittelt Werte und Moral, was heute wichtiger denn je ist.

Über das Thema Glaube und Religion habe ich mit Reto Lüthy aus der Schweiz gesprochen:

Reto Lüthy

https://mystory.me/story/reto-luthy/

https://www.youtube.com/channel/UCwMy-KuZ4nFv0lCd-rTO1vQ

SoundCloud.com/reto-luethy

https://www.instagram.com/retoluethy/

Photcredit by Reto Lüthy

Viele kennen dich als Lokführer aus der Schweiz. Erzähle uns einfach einmal von dir!

Mein Name ist Reto Lüthy, ich bin bald 50 Jahre alt, Vater von 6 eigenen und 4 Stiefkindern und glücklich mit der wunderbarsten Frau der Welt! Ich arbeite als Fachspezialist bei den Schweizerischen Bundesbahnen, wo ich ursprünglich auch meine Lehre absolviert habe. Ich habe 1995 bis 1999 in Aarau ein Studium am Theologisch Diakonischen Seminar absolviert und auch eine Zeit lang als Pfarrer gearbeitet. Zurück bei der Bahn ist es mir immer ein großes Anliegen geblieben, den Menschen von Jesus erzählen zu können, weshalb ich vor ein paar Jahren über verschiedene Kanäle angefangen habe, ein Bild, mit Bibelvers versehen, und einen kleinen Gedankenanstoss dazu täglich zu posten. Ich erreiche heute mehrere hunderttausend Menschen… 

Du warst Lokführer in der Schweiz und hast nun aber den Job gewechselt. Ich finde deine berufliche Entwicklung sehr spannend, vielleicht willst du ein paar Worte darüber sagen im positiven aber auch im negativen Sinne.

Vierzehn Jahre habe ich Züge durch die Schweiz gefahren. Das war eine sehr schöne Zeit. Aber die Schichtarbeit hat mir irgendwann so zugesetzt, dass ich mich nach Alternativen umsehen musste. Heute arbeite ich in der Kurzfristplanung des Lokpersonals, wo wir dafür verantwortlich sind, dass die Dienste der Lokführer mit den Zügen, die fahren sollen überein-stimmen. Dazu leite ich ein Projekt, wo wir daran arbeiten, dass alle Informationen, die der Lokführer braucht, auch zum Lokführer kommen. 

Kommen wir nun zu dem Thema, das einen großen Teil von deinem Leben einnimmt: Gott und Jesus. Ab welchem Moment hast du dich zu oder an Gott gewandt? Gab es ein Schlüsselerlebnis? Bist du auf Gott zugegangen oder kam er auf dich zu?

Als ich in den kirchlichen Unterricht ging, hat mich das Thema „Glaube“ sehr interessiert.  Als ich mir die „Christen“ aber näher angeschaut habe, war mir das nicht attraktiv genug, um mich für ein Leben mit Jesus zu entscheiden. Diese Entscheidung kam erst einige Jahre später. Ich habe kurz nach meiner Entscheidung für Jesus meinen Job aufgegeben und mein Studium gemacht. Hab geheiratet, eine große Familie entstand, Haus gekauft… Und irgendwann brach alles zusammen. 

Nach diesem Erlebnis hatte ich viele Fragen an Gott und an mich selbst. In diesem Prozess habe ich meine Prinzessin kennengelernt, die mir irgendwann eine entscheidende Frage gestellt hat: „Warum vergibst du dir nicht selbst und kommst wieder nach Hase zu Gott?“ 

Ich musste gar nicht so lange nachdenken. Ich entschied mich, mein angeknackstes „ICH“ mal stehen zu lassen und zu meinem Gott zurückzukehren. Dieses Erlebnis war so krass, denn ich verstand, dass der mächtige Schöpfer von Himmel und Erde eine Vater-Sohn-Beziehung haben will. Das hat mich so tief berührt, dass ich IHN seit diesem Tag „Himmeldaddy“ nenne, denn in der Bibel steht, dass wir IHN „Abba“ nennen dürfen. Das ist das hebräische Wort für „Papa“. 

Photocredit by Reto Lüthy

Man merkt bei Deinen Posts, dass du dich mit Gott tief verbunden fühlst und ich selbst habe das Gefühl, dass ich mittels deiner Botschaften das Gleiche fühle. Erhälst du dieses Feedback auch von anderen Menschen? Hat sich deine Gemeinschaft durch deine Botschaften erweitert? Gibt es aber auch Menschen, die quasi nichts damit anfangen können und sich von dir distanziert haben? 

Ja und ja und ja… 

Es gibt positives und negatives Feedback. Aber es ist vor allem das Positive, das mich immer wieder sehr bewegt. Wenn z.B. jemand schreibt: „Dein Post hat genau in meine Situation gepasst!“, ist das schon sehr ermutigend. 

Ich habe vor bald 4 Jahren mit meinen Posts angefangen. Erst nur in Deutsch, seit etwas mehr als einem Jahr auch in Englisch. Inzwischen können über 500’000 Menschen meine Posts lesen. Meine „Kirche“, von der ich immer geträumt habe, ist zwar nicht an einem Ort aber trotzdem viel größer als in meinen kühnsten Träumen! 

Natürlich gab es auch Menschen, die sich distanziert haben. Das gehört dazu. Es tut weh und doch muss man sie ziehen lassen… 

Wen möchstest du mit den Botschaften (ich nenne es jetzt einfach mal so) erreichen und was möchtest du den Menschen sagen? Du bist Pastor, wo kann man dich treffen oder sehen?

Ich möchte alle Menschen erreichen und ihnen erzählen, dass es einen Himmeldaddy gibt, der sie liebt und der seinen Sohn Jesus geschickt hat, damit wir alle eine Freiheit erleben dürfen, wie wir sie uns wünschen. Dafür brennt mein Herz! 

Wer mich treffen will, darf gerne auf einen Besuch kommen. Ich predige nicht in einer Kirche, wo man einen Gottesdienst besuchen kann. AB und zu mache ich ein Video, dass über Facebook, Instagram und Youtube zu sehen ist. 

Gott gibt dir Kraft und Stärke! Gab es auch schon andere Zeiten in deinem Leben? 

Jeder Mensch kennt Höhen und Tiefen. Momente, wo ich vor Schmerzen fast nicht mehr aufstehen konnte. Als mein Papa starb. Als mein bester Freund sich von mir abgewendet hat… Es gibt immer wieder solche Momente. 

Aber für mich entscheidend ist, wie ich aus diesen Situationen wieder herausfinde. Der 23. Psalm ist sozusagen meine Leitlinie.  

Im Leben gibt es immer mal wieder Höhen und Tiefen. Viele Menschen sind gerade jetzt zu Corona-Zeiten verunsichert, haben Angst oder sind sogar depressiv. Was ist für diese Menschen deine Botschaft? Wie kann man in dieser nicht ganz einfachen Zeit stark bleiben? 

Ich finde die Geschichte der zwei Wölfe die beste Antwort auf diese Frage: Wenn es einen weißen Wolf (für das Positive) und einen schwarzen Wolf (für das Negative) gibt, welcher wird wachsen? Der, den du fütterst… 

Ich halte mich, so gut es geht, fern von allen News und füttere mich selbst mit guten Nachrichten. Sei es aus der Bibel oder indem ich Gutes über mich selbst ausspreche. Das gibt mir extrem Kraft!

Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Mein Traum ist es, Geld zu haben, um dort zu Helfen, wo Hilfe wirklich gebraucht wird. Dann werden meine Worte durch Taten unterstützt. 

Nenne uns einen deiner Hauptwünsche!

Ich wünsche mir, dass Menschen erkennen, dass es nebst dem „ICH“ auch ein „DU“ gibt und dass wir miteinander entdecken können, welch großartige Werke unser Himmeldaddy noch für uns parat hat! 

Photocredit by Reto Lüthy